{"id":738,"date":"2013-01-21T15:16:33","date_gmt":"2013-01-21T14:16:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.haleh-gallery.com\/?p=738"},"modified":"2015-05-05T13:33:46","modified_gmt":"2015-05-05T11:33:46","slug":"silence","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/silence\/","title":{"rendered":"SILENCE"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p><strong>Der Dialog zwischen zwei k\u00fcnstlerischen Positionen aus Deutschland und dem Iran steht im Mittelpunkt der Ausstellung <em>Silence<\/em>, mit der die Haleh Gallery ihr Programm f\u00fcr 2013 er\u00f6ffnet. Den Starnberger Bildhauer Max Wagner (*Straubing 1956) und den in San Francisco lebenden Maler Yari Ostovany (*Teheran 1962) verbindet die Faszination f\u00fcr die kalligraphische Geste: Wagner stellt abstrakte Schriftzeichen als archaische Objekte in den realen Raum, Ostovany schafft durch die Schichtung transparenter Malebenen neue, meditative Farbr\u00e4ume.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Yari Ostovanys <\/strong>Bildwelt kreist assoziativ um mythologische und poetische Motive, die ihre Quellen in der antiken griechischen Sage ebenso haben wie in der Lyrik der westlichen Moderne oder der mystischen Dichtung Persiens. So beziehen sich die \u201eVogelgespr\u00e4che\u201c (<em>Conference of the Birds<\/em>) auf einen Klassiker der mittelalterlichen Sufi-Literatur: Ein Vogelschwarm begibt sich auf die Suche nach dem Phoenix, dem K\u00f6nig der V\u00f6gel; am Ende der Reise jedoch, die durch sieben mystische T\u00e4ler, durch Durst, Hunger, Hitze und K\u00e4lte f\u00fchrt, erkennen die V\u00f6gel, dass sie selbst \u2013 vereint durch einen gemeinsamen Geist und eine gemeinsame Erfahrung \u2013 dieser gro\u00dfe Phoenix sind. Der Titel einer anderen Werkserie, <em>The Third Script <\/em>(Die dritte Schrift), verweist auf einen Ausspruch des persischen Mystikers Shams-e-Tabrizi aus dem 13. Jahrhundert: \u201eEin Kalligraph fertigte drei Schriften an. Eine, die nur er allein lesen konnte. Eine zweite, die er und alle andern lesen konnten. Und eine dritte, die weder er noch irgendeiner sonst lesen konnte. Ich bin diese dritte Schrift.\u201c Ostovanys k\u00fcnstlerischer Schaffensprozess findet sich in dieser Geschichte gespiegelt: Auch er nimmt seinen Ausgang bei sorgf\u00e4ltig gesetzten kalligraphischen Zeichen, die eine Ahnung von Klarheit und Bedeutsamkeit vermitteln. Durch zahlreiche weitere Arbeitsg\u00e4nge wird diese kaum begonnene Schrift von immer neuen Malschichten \u00fcberlagert, verwischt und unkenntlich gemacht. Die Einzelheiten der Erz\u00e4hlung verschwimmen, l\u00f6sen sich auf in Farbnebel, Schlieren, nerv\u00f6se Strukturen. Was bleibt, sind atmosph\u00e4risch aufgeladene R\u00e4ume, die offen sind f\u00fcr die eigenen Gedanken und Erinnerungen des Betrachters.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr <strong>Max Wagner <\/strong>ist Schreiben weniger eine M\u00f6glichkeit der Mitteilung als vielmehr eine meditative \u00dcbung. Stundenlang kann er \u00fcber dem Papier in das Hintuschen, Flie\u00dfen- und Wachsenlassen der Linien versunken sein, die Intuition f\u00fchrt den Pinsel. In Bronze gegossen, entfalten sich die so gefundenen Formationen als schwingende Gespinste in den Raum; \u00e4hnlich gelingt es Wagner in seinen keramischen Arbeiten, musikalische Erfahrungen ins Dreidimensionale zu \u00fcbersetzen. In beiden F\u00e4llen geht es, wie bei Ostovany, nicht darum, Sprache oder Musik exakt zu protokollieren und genau bestimmbare Inhalte wiederzugeben. Worauf es ankommt, ist auch hier die Vergegenw\u00e4rtigung eines Eindrucks, eines Gef\u00fchls, die sich intellektuell gerade nicht fassen lassen. Wagners Plastiken bilden deshalb keine benennbaren Zeichen, sondern abstrakte Ornamente, unlesbare Bruchst\u00fccke eines Alphabets oder einer Partitur, die die Dynamik des Sprachrhythmus oder einer Melodie nachvollziehen und durch die St\u00e4rke ihrer eigenen, unmittelbaren Pr\u00e4senz wirken. Ineinander verschlungen und verknotet, sind sie wie ein \u201eTanz von Kraft um eine Mitte\u201c (Rilke), deren Leerstelle von dem berichtet, was m\u00f6glicherweise noch gesagt werden k\u00f6nnte. Es sind Nester, die auf Geschichten warten.<\/p>\n<p>Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein, zur Ausstellungser\u00f6ffnung am Freitag, den 1. Februar 2013 um 18 Uhr.<\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler MAX WAGNER wird bei der Er\u00f6ffnung anwesend sein.<\/p>\n<p>Opening Hours: Thursday &#8211; Friday 11:00 to 16:00\u00a0 &#8211; Wednesday and Saturday by appointment<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Dialog zwischen zwei k\u00fcnstlerischen Positionen aus Deutschland und dem Iran steht im Mittelpunkt der Ausstellung Silence, mit der die Haleh Gallery ihr Programm f\u00fcr 2013 er\u00f6ffnet. 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