{"id":1305,"date":"2014-12-17T13:44:05","date_gmt":"2014-12-17T12:44:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.haleh-gallery.com\/?p=1305"},"modified":"2015-05-08T09:52:29","modified_gmt":"2015-05-08T07:52:29","slug":"between","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/between\/","title":{"rendered":"BETWEEN"},"content":{"rendered":"<p><b>GAN-ERDENE TSEND \u2013 BETWEEN<\/b><\/p>\n<p>28. FEBRUAR \u2013 25. APRIL 2015<\/p>\n<p>ER\u00d6FFNUNG, FREITAG, 27. FEBRUAR 2015, 18 \u2013 21 UHR<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><b>Das Spiegelbild in einer Wasserlache zeigt uns an der Seite einer jungen Frau einen Begleiter, der in der als \u00bbreal\u00ab geschilderten Bildszene erstaunlicher Weise fehlt; Menschen und Tiere verlieren sich in der endlosen Weite einer gro\u00dfartigen, unber\u00fchrten Natur, die ihnen aber dennoch \u2013 wie es scheint \u2013 Geborgenheit und Schutz verleiht. Immer f\u00fchrt uns die Kunst Gan-Erdene Tsends in eine Welt, die auch etwas R\u00e4tselhaftes, etwas still Fragendes in sich verbirgt, und in der eine nahezu g\u00f6ttliche Wahrhaftigkeit durchscheint.\u00a0<\/b><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Diese Intensit\u00e4t und magische Kraft erzeugt der K\u00fcnstler aus dem \u00bb<b>BETWEEN\u00ab<\/b>, dem unsichtbaren Zwischenraum zwischen zwei verschiedenen Welten: einer dinglichen, die sich in der Realit\u00e4t der dargestellten Person abspielt, und einer ideellen, welche in den Gedanken, der Fantasie und der Erinnerung der Menschen stattfindet. Aus dieser Grundkonzeption heraus werden seine Bilder zum Spiegel einer inneren, geistigen Erfahrungswelt, in der die universalen, existenziellen Fragen der Menschen wie Liebe und Trennung, Krieg und Frieden, Geburt und Tod thematisiert werden. So bietet die Gegen\u00fcberstellung dieser zwei Welten \u2013 der \u00e4u\u00dferen und der inneren \u2013 in einem Werk Gan-Erdene Tsend die M\u00f6glichkeit, die Gedanken und Gef\u00fchle auf die Leinwand zu projizieren. Das Unsichtbare manifestiert sich im Sichtbaren. Seine Bilder sind dadurch von einer geradezu verinnerlichten Ausstrahlung beseelt und man sp\u00fcrt, dass sie \u2013 wie der K\u00fcnstler selbst sagt \u2013 \u00bbvom Herzen kommen\u00ab.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Dabei ist die Kunst Gan-Edene Tsends immer auch ein Spiegel seiner eigenen Lebenserfahrungen, die ebenfalls tief von den Polarit\u00e4ten zweier selbsterfahrener Welten durchdrungen ist. Fernab von seiner Heimat bestimmen gerade seine Kindheitserlebnisse sein malerisches Werk. 1979 im mongolischen Murun geboren, verbrachte Gan-Edene Tsend seine ersten Lebensjahre in den Bergen und weiten Steppen am Rande der W\u00fcste Gobi. Inmitten dieser allm\u00e4chtigen Natur f\u00fchrte er das traditionelle nomadische Leben der Mongolen. Mit seinen Gro\u00dfeltern lebte er in den landestypischen Filzjurten und lauschte dort den wundersamen Geschichten und M\u00e4rchen seiner Gro\u00dfmutter. All diese Kindheitseindr\u00fccke haben bis heute einen tiefen Eindruck bei ihm hinterlassen und spiegeln sich in der einen oder anderen Art in seiner Kunst wieder. Eine weitere Z\u00e4sur im Leben des K\u00fcnstlers bedeutete dann der Umzug nach Deutschland, wo er an der Kunstakademie M\u00fcnster (NRW) studierte und wo er erstmals einer f\u00fcr ihn v\u00f6llig fremden Kultur begegnet.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr Gan-Erdene Tsend bedeutet dieses Zusammentreffen zweier Welten, der mongolischen und der deutschen, die Wiederentdeckung und erneute Wertsch\u00e4tzung der mongolischen Natur und ihrer Gesetze. Als Konsequenz wird die Darstellung der Natur und das Leben in dieser das zentrale Bildthema seiner Malerei. Diese Naturerfahrung Tsends zeigt sich in seinen Bildern in der menschenleeren Unendlichkeit seiner reinen Landschaften. Gleichnishaft erzeugt er in feinen, teils pointillistisch getupften Farbverl\u00e4ufen und unter Ber\u00fccksichtigung der physischen und psychischen Farbwirkungen atmosph\u00e4rische Lichtstimmungen, mit denen er das Wirken der Natur<b> <\/b>verbildlicht, und mit denen er den Naturraum f\u00fcr uns in einen meditativen Zufluchtsort<b> <\/b>transformiert.<\/p>\n<p>Daneben konzipiert er Landschaften, in denen er durch die Gegen\u00fcberstellung von Natur und der in ihr lebenden Menschen und Tiere politische wie gesellschaftliche Aussagen artikuliert. So reitet in dem Bild <i>\u00bbFriends\u00ab<\/i> (2014) ein Junge mit seinen Pferden in einer Landschaft, die sich im gelb-gr\u00fcn-blauen Dunst ganz aufzul\u00f6sen scheint. Eng schmiegen sich die Tiere aneinander, in deren Geschlossenheit die Zusammengeh\u00f6rigkeit und Geborgenheit die Gro\u00dffamilie anklingt. In dieser Hinsicht bilden Pferde eine \u00e4hnliche Gemeinschaft wie der Mensch innerhalb seiner Familienstruktur. Doch gleichzeitig impliziert das immaterielle Verschwimmen der sie umgebenden Landschaft auch die Verlorenheit und damit die Zerbrechlichkeit dieses engen famili\u00e4ren Gef\u00fcges. In subtilen Andeutungen deutet Gan-Erdene Tsend die Bedrohung des traditionellen Familienverbands durch die aktuellen gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen an.<\/p>\n<p>Ein weiteres wesentliches Bildthema im \u0152uvre Gan-Erdene Tsends findet sich in seinen so genannten \u203aSpiegelungen\u2039, in denen er anhand der Abweichung zwischen der eigentlichen Bildszene und der im Bild dargestellten Spiegelung zwei verschiedene Realit\u00e4tsebenen \u2013 eine reale und eine imaginierte \u2013 aufeinander bezieht. Im gespiegelten Bild taucht dabei immer ein Gesch\u00f6pf auf, eine Person oder ein Tier, welches in der dargestellten Bildwirklichkeit fehlt. In diesem Kontext artikuliert der K\u00fcnstler in den \u203aSpiegelungen\u2039 noch einmal ganz klar die Bedeutung von Ver\u00e4nderung, Verlust und Trennung f\u00fcr den Menschen. Denn in der Differenz zwischen dem, was ist, und dem, was war oder sein wird bzw. sein k\u00f6nnte, kommt in der zus\u00e4tzlich auftauchenden Person in dem \u203aBild im Bild\u2039 genau das zum Vorschein, was wir verloren haben bzw. was wir vermissen oder an wen wir denken.<b> <\/b>Durch das Unk\u00f6rperliche des Spiegelbildes wird ihre vision\u00e4re Dimension nochmals hervorgehoben. Die \u203aSpiegelung\u2039 ist somit immer auch die Reflexion eines Gedankens und damit das Abbild, die Imagination einer Erinnerung.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><b>Kurzbiographie<\/b><\/p>\n<p>1979 im mongolischen Murun geboren, w\u00e4chst Gan-Erdene Tsend in seinen ersten Lebensjahren bei seiner Gro\u00dfmutter auf, die in den Bergen und Steppen am Rande der W\u00fcste Gobi das traditionelle nomadische Hirtenleben f\u00fchrt. Zwischen 1996 und 2001 absolviert er sein Studium an der Hochschule f\u00fcr Bildende Kunst in der Hauptstadt Ulaanbaatar. Anschlie\u00dfend studiert Tsend von 2003 bis 2010 an der Kunstakademie M\u00fcnster in der Klasse von Prof. Hermann-Josef Kuhna, der ihn 2007 zu seinem Meistersch\u00fcler ernennt. Erste Wertsch\u00e4tzung erfuhr er bereits 2006, wo er in Herne den Kunstpreis f\u00fcr Junge Kunst erhielt und 2012, wo er mit dem europaweit bekannten Kunstpreis Wesseling ausgezeichnet wurde. Seit einigen Jahren ist Gan-Erdene Tsend kontinuierlich regional und \u00fcberregional in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen vertreten, wodurch seine Arbeiten zunehmend Beachtung finden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GAN-ERDENE TSEND \u2013 BETWEEN 28. FEBRUAR \u2013 25. APRIL 2015 ER\u00d6FFNUNG, FREITAG, 27. 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