{"id":1824,"date":"2017-10-26T12:42:24","date_gmt":"2017-10-26T10:42:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.haleh-gallery.com\/?p=1824"},"modified":"2018-02-27T13:51:07","modified_gmt":"2018-02-27T12:51:07","slug":"mundus-imaginalis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/mundus-imaginalis\/","title":{"rendered":"MUNDUS IMAGINALIS"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<style type=\"text\/css\"><!--\np.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 11.0px Helvetica; color: #000000; -webkit-text-stroke: #000000} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px 'Times New Roman'; color: #000000; -webkit-text-stroke: #000000; min-height: 15.0px} p.p3 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 11.0px Helvetica; color: #000000; -webkit-text-stroke: #000000; min-height: 13.0px} span.s1 {font-kerning: none} span.s2 {font-kerning: none; background-color: #ffff00}\n--><\/style>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Erstmalig pr\u00e4sentiert Haleh Gallery die K\u00fcnstlerin Kat\u00e2youn Rouhi mit ihrer Einzelausstellung <b>Mundus Imaginalis<\/b>.\u00a0 Der Titel <b>Mundus Imaginalis<\/b> ist eine Referenz an Henry Corbin (1903-1978), Professor an der Sorbonne in Paris. \u201eMundus Imaginalis\u201c l\u00e4sst sich aus dem Lateinischen \u00fcbersetzen als imaginative Welt, also eine Welt der Vorstellung, die nicht von rationaler Erkenntnis gepr\u00e4gt ist, sondern von aktiver Vorstellungskraft. Henry Corbin kam zu dieser Erkenntnis, weil er sich intensiv in seinen Studien mit dem spirituellen Erbe Persiens besch\u00e4ftigt hat. Man findet nicht nur Spiritualit\u00e4t, sondern auch philosophische Lehren im persischen Kontext. Vor allem im Bereich der Poesie, wie beispielsweise in den Gedichten des ber\u00fchmten Dichters Rumi (1207-1273) oder Hafis (1315-1390). Poesie und Dichtung sind im Iran ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes und Teil einer lebendigen Tradition. In nahezu allen iranischen Haushalten finden sich Ausgaben von Hafis Gedichtsammlungen. Das Rezitieren von Gedichten ist in allen Bereichen der iranischen Gesellschaft eine allt\u00e4gliche Praxis. Den ber\u00fchmten persischen Dichtern Hafis und Saadi wurden Grabst\u00e4tten in der Stadt Shiraz errichtet, die bis heute beliebte und vielbesuchte nationale Sehensw\u00fcrdigkeiten sind.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die bildende Kunst ist persische Poesie eine wichtige Quelle der Inspiration. In den Arbeiten der in Paris lebenden K\u00fcnstlerin Kat\u00e2youn Rouhi verschmelzen Poesie und Malerei ineinander und sind nicht mehr voneinander zu trennen. F\u00fcr Kat\u00e2youn Rouhi ist Poesie die unsichtbare innere Form ihrer Kreativit\u00e4t, die \u00e4u\u00dferlich die Gestalt von Gem\u00e4lden annimmt. Kat\u00e2youn Rouhis Gedichte behandeln auch existentielle Fragen an das Leben.<\/p>\n<p>Die Einzelausstellung MUNDUS IMAGINALIS von Kat\u00e2youn Rouhi konzentriert sich auf zwei gr\u00f6\u00dfere Serien ihrer k\u00fcnstlerischen Arbeit und pr\u00e4sentiert zudem noch die gleichnamige Installation \u201eMundus Imaginalis\u201c (2017), die aus Erde, einem Busch und Goldpulver besteht.<\/p>\n<p>1. B\u00e4ume (Trees): Der Baum steht nicht nur f\u00fcr das einfache Leben einer Pflanze. Er symbolisiert auch die Verbindung zwischen Himmel und Erde, Horizontalit\u00e4t und Vertikalit\u00e4t. Die vertikale Form des Baumes verbindet die unsichtbaren Wurzeln in der Erde mit den Zweigen und \u00c4sten, die in den Himmel reichen. Das Thema des Baumes weist auch auf Fragen nach Realit\u00e4t und Sichtbarkeit hin. Was ist sichtbar in unserer Wahrnehmung? Auch wenn das verzweigte Wurzelwerk au\u00dferhalb unserer Wahrnehmung liegt, ist es der eigentliche Kraftort des Baumes.<\/p>\n<p>2. Die Serie \u201eLangage des Oiseaux\u201c (Konferenz der V\u00f6gel) ist nicht nur gemalte Poesie, sondern behandelt eben auch spirituelle Themen. Die Konferenz der V\u00f6gel geht zur\u00fcck auf ein Gedicht des Mystikers Farid ud-din Attar (1136-1220) und z\u00e4hlt zu den wichtigsten Werken der persischen Literatur. Alle V\u00f6gel dieser Welt versammeln sich, um einen neuen K\u00f6nig zu finden. Der Sage nach, lebt der ideale K\u00f6nig, namens Simorgh auf dem Berg Kaaf. Die V\u00f6gel machen sich gemeinsam auf den Weg zu dem besagten Berg. Die Reise ist lang und beschwerlich. Am Ende der Reise sind nur drei\u00dfig V\u00f6gel \u00fcbrig geblieben. Doch am Ziel finden sie keinen K\u00f6nig. Die V\u00f6gel erblicken nur ihr eigenes Spiegelbild und verstehen, dass sie selbst der K\u00f6nig sind, den sie so sehr gesucht haben. Denn der persische Name des Simorgh ist zusammengesetzt aus \u201esi\u201c \u2013 drei\u00dfig und \u201emorgh\u201c \u2013 V\u00f6gel, Simorgh bedeutet also drei\u00dfig V\u00f6gel (K\u00f6nig).<\/p>\n<p>In der Serie \u201eLangage des Oiseaux\u201c setzt Kat\u00e2youn Rouhi die Reise der V\u00f6gel durch die sieben T\u00e4ler in gro\u00dfformatige Gem\u00e4lde um. Die Werke thematisieren die sieben T\u00e4ler, welche die V\u00f6gel auf dem Weg zum Berg Kaaf durchqueren m\u00fcssen. Die sieben T\u00e4ler sind: Das Tal der Suche, das Tal der Liebe, das Tal der Erkenntnis, das Tal der Losl\u00f6sung, das Tal der Einheit, das Tal der Best\u00fcrzung und das Tal der Aufl\u00f6sung. Diese T\u00e4ler sind nicht nur f\u00fcr die mystische Dichtung Attars wichtig, sondern es sind essentielle Allegorien im Sufismus. Die T\u00e4ler repr\u00e4sentieren wichtige Stationen auf dem spirituellen Weg, an dessen Ende die \u00dcberwindung des Ichs und die Verschmelzung mit dem G\u00f6ttlichen steht.<\/p>\n<p>Attars mystische Dichtung \u201eKonferenz der V\u00f6gel\u201c bildet die inhaltliche Basis von Kat\u00e2youn Rouhis Arbeiten. Rouhis Arbeiten kreieren ein magisches Zusammenspiel zwischen Text und Bild. Die persische Schrift ist nicht nur in Form von Gedichten vertreten, sondern wird auch zu einem bildnerischen Mittel, das die V\u00f6gel in ihrer visuellen Erscheinung erschafft. Der Baum ist auch in dieser Serie ein wichtiges bildliches und inhaltliches Element. Der Baum beschw\u00f6rt die imaginative Welt und den Berg Kaaf herauf, wo der Vogel Simorgh lebt. Der Baum ist auch eine Referenz an Sohrab Sepehri. Der gleiche Baum ist auch der Ort, der den einzigen Hinweis liefert, um das Haus des Freundes zu finden.<\/p>\n<p>Somit erg\u00e4nzen sich Poesie, B\u00e4ume und V\u00f6gel in Kat\u00e2youn Rouhis k\u00fcnstlerischem Werk auf ganz besondere Art und Weise. Durch ihre Bildwelten gew\u00e4hrt Kat\u00e2youn Rouhi dem Betrachter Einlass in die beschworene <b>Mundus Imaginalis, <\/b>die zwar nicht auf rationale Weise erfahrbar ist, aber durch die enge Verbindung von Poesie und Bild in den ausgestellten Werken sichtbar und erlebbar wird.<\/p>\n<p><b>CV<\/b><\/p>\n<p><b>Kat\u00e2youn Rouhi <\/b>(*1965 in Iran) lebt und arbeitet in Paris. Studium der Malerei, \u00c9cole des Beaux Arts, Paris und Doktorat in \u00c4sthetik und Kunstwissenschaften Paris I, Panth\u00e9on-Sorbonne.<\/p>\n<p><b>Ausstellungen<\/b> (Auswahl): Gerald Moor Gallery, London (2017); \u00a0Isma\u00efli Center, London (2016); Shirin Art Gallery, Teheran, Iran (2015); \u00a0MOP Fondation in Monaco &#8222;fundraising exhibition&#8220;, Monaco (2017); Museum of contemporary art, Ahvaz, Iran (2016); Contemporary Art Gallery, Auvers, France (2015); Internationale Auktion, Christie&#8217;s, Doha, Katar (2011).<\/p>\n<p>Vertreten in Sammlungen :\u00a0 Polychronopoulos Foundation, Athens;\u00a0 M\u00e9shkinfam Foundation&#038; Museum, Shiraz.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Erstmalig pr\u00e4sentiert Haleh Gallery die K\u00fcnstlerin Kat\u00e2youn Rouhi mit ihrer Einzelausstellung Mundus Imaginalis.\u00a0 Der Titel Mundus Imaginalis ist eine Referenz an Henry Corbin (1903-1978), Professor an der Sorbonne in Paris. \u201eMundus Imaginalis\u201c l\u00e4sst sich aus dem Lateinischen \u00fcbersetzen als [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1825,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[4],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1824"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1824"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1824\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1879,"href":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1824\/revisions\/1879"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1825"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1824"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1824"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1824"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}