{"id":1852,"date":"2018-02-02T12:10:14","date_gmt":"2018-02-02T11:10:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.haleh-gallery.com\/?p=1852"},"modified":"2018-07-03T09:23:54","modified_gmt":"2018-07-03T07:23:54","slug":"pulse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/pulse\/","title":{"rendered":"PULSE"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<div><b>Pressemitteilung<\/b><\/div>\n<div><\/div>\n<div>In der Einzelausstellung PULSE zeigt Haleh Gallery eine gro\u00dfe \u00dcbersicht der Arbeiten der K\u00fcnstlerin Hanieh Delecroix von 2011-2017. Hanieh Delecroix\u2019 k\u00fcnstlerische Praxis ist stark gepr\u00e4gt von ihren profunden Kenntnissen der Psychoanalyse. In ihren Arbeiten gehen Psychoanalyse, Schreiben und Malerei eine symbiotische Verbindung ein. Aus dieser Symbiose entstehen Bilder, die in verschiedenen Medien, wie Zeichnung, Text, Fotografie, Installation oder Video ausgef\u00fchrt werden. Die Arbeiten der K\u00fcnstlerin lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen. Die erste Werkgruppe umfasst Arbeiten, die sich nur auf malerische Elemente konzentrieren und verschiedene psychologische Konzepte umsetzen. In den anderen Arbeiten ist das k\u00fcnstlerische Schreiben essentieller Bestandteil des Werks. Mit der Inkorporierung von Schriftlichkeit, er\u00f6ffnet die K\u00fcnstlerin in ihren Werken einen Raum, um Fragen nach kultureller Identit\u00e4t und nationaler Herkunft zu reflektieren. Einerseits verwendet Hanieh Delecroix Texte in franz\u00f6sischer Sprache, die Sprache ihrer Heimat Paris und ihrer schulischen und akademischen Ausbildung. Gleichzeitig gebraucht Delecroix in anderen Werken persische Schrift und Texte, um auf ihre kulturellen Wurzeln im Iran zu verweisen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>In Delecroix\u2019 Werken dominieren die Farben schwarz und blau. Verschiedene Blaut\u00f6ne, ultramarin, nacht- und tiefblau werden mit dem Spachtel aufgetragen und erzeugen eine abstrakte Formensprache. Das schwarzblaue abstrakte Spiel der Formen treten in Kombination mit eingeschriebenen Texten in einen magischen Zusammenhang aus Text und Bild. Das k\u00fcnstlerische Schreiben und die Handschrift der K\u00fcnstlerin werden dabei auch zu einem autonomen Bildmittel. F\u00fcr ihre Arbeiten w\u00e4hlt Hanieh Delecroix oftmals das fragile Material Papier. Die Materialit\u00e4t des Papiers tritt hier in eine besondere Erscheinung. Das Papier ist bisweilen verknittert, eingerissen, zerrissen, transparent und durchscheinend. Papier ist zugleich ein fragiles, aber auch z\u00e4hes Material. Papier kann nicht nur verletzt werden, sondern kann ebenfalls Verletzungen herbeif\u00fchren, scharfe Papierr\u00e4nder k\u00f6nnen schmerzhafte Schnittwunden verursachen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Die auf Papier ausgef\u00fchrten Serien sind bildliche Metaphern f\u00fcr den Einklang zwischen K\u00f6rper und Geist. Dabei dient die Schrift als Repr\u00e4sentantin des menschlichen Geistes, der gepr\u00e4gt ist von Text und Sprache, sei es gesprochen, gelesen oder geh\u00f6rt. Durch die materielle Beschaffenheit \u00fcbernimmt das Papier die Funktion unserer Haut. Unsere Haut, ein \u00e4u\u00dferer Spiegel der Seele erz\u00e4hlt von Falten, Narben und Spuren, die das Leben und die Erfahrungen auf unseren K\u00f6rpern hinterlassen hat.<\/div>\n<div>Gleichzeitig erz\u00e4hlt die Dualit\u00e4t von Blau und Schwarz, Schrift und Papier, Text und Bild auch die Geschichte von weiteren dialektischen Gegensatzpaaren, wie beispielsweise dem Subjekt und dem Objekt, dem Eigenen und dem Fremden, oder von Eros und Thanatos. Die Figuren Eros und Thanatos aus der griechischen Mythologie waren f\u00fcr Sigmund Freud wichtige Denkfiguren, die den Lebens- und Todestrieb verk\u00f6rpern.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Die Referenz zu Freud und der Psychoanalyse sind der rote Faden in Delacroix\u2019 k\u00fcnstlerischer Praxis, was sich auch in der Serie \u201ePanser Joyce \u00e0 mi-maux\u201c zeigt. \u00c4hnlich wie in der Serie \u201ePens\u00e9es divines\u201c, bei der Gedichte von Honor\u00e9 de Balzac Delecroix\u2019 schwarzblaue Bildwelten konstituieren, integrierte sie in der Serie \u201ePanser Joyce \u00e0 mi-maux\u201c Gedichte und Texte der franz\u00f6sisch-\u00e4gyptischen Schriftstellerin Joyce Mansour (1928-1986). Joyce Mansour war eine surrealistische Autorin, deren Gedichte unter anderen auch Andr\u00e9 Breton inspirierten. Mit dem Bezug auf die Autorin Joyce Mansour und den k\u00fcnstlerischen Stil des Surrealismus, verweist Delecroix auf eine Epoche f\u00fcr deren k\u00fcnstlerische Produktion Freuds Psychoanalyse ebenfalls von gro\u00dfer Bedeutung war, um die Rationalit\u00e4t der eigenen Zeit zu kritisieren und die Macht des Unterbewusstseins zum Sprechen zu bringen.<\/div>\n<div>Auch in der Serie \u201ePens\u00e9es divines\u201c spielt Psychologie eine gro\u00dfe Rolle. In dieser Arbeit besch\u00e4ftigte sich die K\u00fcnstlerin mit dem Roman \u201eLouis Lambert\u201c, den Honor\u00e9 de Balzac 1832 ver\u00f6ffentlicht hat. In diesem Roman diskutiert Balzac gro\u00dfe Themen der Philosophie und Metaphysik. Gleichzeitig fertigt Balzac eine Charakterstudie an und entwirft ein psychologisches Portrait seines Protagonisten Louis Lambert, der zwischen Genie und Wahnsinn gefangen ist.<\/div>\n<div>Hier schlie\u00dft sich der Kreis zu Delecroix\u2019 Arbeiten, denn wie sie selbst sagt: \u201eMeine Arbeiten resultieren aus der Resonanz zweier Welten: Der Psyche und des k\u00fcnstlerischen Schreibens.\u201c Hanieh Delecroix gelingt es auf atemberaubende Weise die dualen Welten der Psyche und des Schreibens, oder vielmehr des K\u00f6rpers und des Geists in Einklang zu bringen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>CV<\/b><\/div>\n<div><b>Hanieh Delecroix\u00a0<\/b>(*1974 in Teheran, Iran) lebt und arbeitet als K\u00fcnstlerin in Paris. Studium der Psychologie und Psychopathologie, Universit\u00e4t Paris X Nanterre. Doktorgrad LASI (Laboratory for Somatic and Identity Issues).<\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Ausstellungen<\/b>\u00a0(Auswahl): Mairie de Paris (Paris City Hall, 2017); Maison de Balzac (2017); Freud Museum, London (2017); \u201eThe Writing of Art\u201c, Rose Issa Projects, The Ismaili Center for Nour Festival, London (2016); \u201eJules C\u00e9sar\u201c, Museum Quai Branly, Paris (2015); \u201eLifeline\u201c, Rose Issa Projects, London und Dubai (2013 und 2014).<\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Museumsank\u00e4ufe von Arbeiten:\u00a0<\/b><\/div>\n<div>King Abdulaziz Center for World Culture WASL 2018, Dhahran, Saudi Arabien, \u201eA coeur ouvert\u201c, Gem\u00e4lde der aus der Serie \u201eLifeline\u201c.<\/div>\n<div>British Museum, \u201eDans ta main\u201c, ausgestellt in der Abteilung f\u00fcr Islamische Kunst, Gem\u00e4lde aus der Serie \u201eLifeline\u201c<\/div>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung In der Einzelausstellung PULSE zeigt Haleh Gallery eine gro\u00dfe \u00dcbersicht der Arbeiten der K\u00fcnstlerin Hanieh Delecroix von 2011-2017. 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