{"id":779,"date":"2013-03-02T11:03:49","date_gmt":"2013-03-02T10:03:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.haleh-gallery.com\/?p=779"},"modified":"2015-05-05T13:33:46","modified_gmt":"2015-05-05T11:33:46","slug":"identity","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haleh-gallery.com\/de\/identity\/","title":{"rendered":"IDENTITY"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p>Mit der Ausstellung Identity pr\u00e4sentiert die Haleh Gallery zwei K\u00fcnstlerinnen, in deren Werken das Portraitieren von Frauen im Mittelpunkt des k\u00fcnstlerischen Schaffens steht. Die Arbeiten von Shadi Ghadirian lassen sich durch die Verwendung des Tschadors, der iranischen Variante des Schleiers, als \u00e4sthetischem Medium eindeutig in ihrem Heimatland Iran verorten. In den Werken von Annegret Soltau ist das prim\u00e4re Material immer der eigene K\u00f6rper der K\u00fcnstlerin. Hier verzahnen sich k\u00fcnstlerisches Subjekt und Objekt aufs Engste. Obgleich die beiden K\u00fcnstlerinnen verschiedenen Generationen und Kontinenten angeh\u00f6ren, hinterfragen sie in ihren Arbeiten mit \u00e4hnlichen Strategien auf formaler, wie auch inhaltlicher Ebene, Konzepte weiblicher Identit\u00e4t und tradierter Rollenbilder. Textilien, wie Stoff und Faden dienen Shadi Ghadirian und Annegret Soltau als eine Art Leitmotiv, um ihre pers\u00f6nlichen Erfahrungen als Frauen zu visualisieren. Der Leitspruch der feministischen Kunst der 1970er Jahre.<\/p>\n<p><strong>Shadi Ghadirian<\/strong> (*1974) ist wohl eine der bekanntesten international agierenden iranischen K\u00fcnstlerinnen. In ihrer Fotoserie Untitled. From the Qajar Series (1998-1999) greift Ghadirian die Bildsprache der kadscharischen Fotografie des 19. Jahrhunderts auf. Die K\u00fcnstlerin l\u00e4sst ihre weiblichen Protagonisten mit westlichen Konsumg\u00fctern, beispielsweise einer Pepsi-Cola-Dose, posieren. Mit diesen anachronistischen Bildern greift Shadi Ghadirian die Problematik der im Iran lebenden Frauen auf, deren Alltag in einer patriarchalischen Gesellschaft von der Zerrissenheit zwischen Modernit\u00e4t und Tradition gepr\u00e4gt ist. Ein ironischer Kommentar zur Reduktion der Rolle der Hausfrau findet sich in der Arbeit Untitled from the Like Everyday Series (2000-2001), hier wurden Frauen in bunten und mit floralen Mustern geschm\u00fcckten Tschadors portraitiert, die aber jeglicher Individualit\u00e4t beraubt wurden, da ihre Gesichter durch verschiedene Haushaltgegenst\u00e4nde, die vor allem zum Kochen und Putzen dienen, ersetzt wurden. Durch die skulpturenhafte Behandlung der verschleierten Frauen und die Kombination mit Alltagsgegenst\u00e4nden, die sehr stark an Marcel Duchamps Ready-Mades erinnern, kann diese Serie auch als bildhauerische Arbeit gelesen werden.<\/p>\n<p><strong>Annegret Soltaus<\/strong> (*1946) k\u00fcnstlerisches Oeuvre ist weit gef\u00e4chert und umfasst Videos, Performances, Collagen und Fotografien. Die Serie Selbst (1975-1976) ist die erste Arbeit der K\u00fcnstlerin, in der der Faden k\u00fcnstlerisches Ausdrucksmittel ist.\u00a0 Die Fotos entstanden w\u00e4hrend einer Performance, bei der die K\u00fcnstlerin mithilfe des Fadens netzartige Zeichnungen auf ihrem K\u00f6rper erzeugte. Sp\u00e4ter wurden die Linien auf den Fotos mit einem Seidenfaden \u00fcbern\u00e4ht. Diese Arbeit kann als Dokument feministischer Kunst der 1970er Jahre gelesen werden. Viele damalige K\u00fcnstlerinnen, wie VALIE EXPORT, Carolee Schneemann und Yoko Ono w\u00e4hlten als k\u00fcnstlerisches Medium die Performance. Performance war damals eine relativ neue Kunstgattung, die noch nicht m\u00e4nnlich konnotiert war und K\u00fcnstlerinnen neue Spielr\u00e4ume er\u00f6ffnete. Dabei wurde vor allem der eigene K\u00f6rper als eigentliches Kunstmedium eingesetzt und es entsteht eine untrennbare Fusion zwischen kunstschaffender Akteurin und k\u00fcnstlerischem Material.<\/p>\n<p>Was ist Identit\u00e4t? Und wie definiert sich Identit\u00e4t? Diese elementaren Fragen werden in der Serie personal identity (2003-2012) gestellt. Originaldokumente, die als Markierungen von Identit\u00e4t fungieren, wurden\u00a0 in Passfotos der K\u00fcnstlerin eingen\u00e4ht. Zugeschnitten auf organisch anmutende Formen verdecken sie das Gesicht der K\u00fcnstlerin und erzeugen Anonymit\u00e4t. Die Serie versteht sich als eine work-in-progress Arbeit, denn das erste Bild beginnt mit der eingearbeiteten Geburtsurkunde und das letzte Bild dieser Reihe wird mit dem Totenschein der K\u00fcnstlerin versehen sein, vollendet von ihren Nachkommen.<\/p>\n<p>Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein, zur Ausstellungser\u00f6ffnung am Freitag, 19. April 2013 um 18 Uhr.<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerin ANNEGRET SOLTAU wird bei der Er\u00f6ffnung anwesend sein.<\/p>\n<p>Opening Hours: Thursday \u2013 Friday 11:00 to 16:00\u00a0 \u2013 Wednesday and Saturday by appointment<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Ausstellung Identity pr\u00e4sentiert die Haleh Gallery zwei K\u00fcnstlerinnen, in deren Werken das Portraitieren von Frauen im Mittelpunkt des k\u00fcnstlerischen Schaffens steht. 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